Häufige Fragen (FAQ)
Die Entscheidung für oder gegen die Freie Schule wirft oft viele Fragen auf – von Kosten und Aufnahme bis zur pädagogischen Ausrichtung. Auf dieser FAQ-Seite haben wir die häufigsten Fragen kompakt zusammengefasst, damit Sie schnell die wichtigsten Informationen finden.
Warum ist die Schule nicht kostenlos?
Als Privatschule müssen wir über 90% der Kosten selbst tragen, einschließlich Miete, Strom, Gehälter für Lernbegleiter*innen, Möbel, Reparaturen, Lernmaterialien und vieles mehr. Dies ermöglicht uns auch, einen außerordentlich guten Betreuungsschlüssel zu bieten (ca. eine*n Lernbegleiter*in auf 8 Kinder, während in einer öffentlichen Volksschule etwa 20-25 Schüler*innen pro Lehrer*in betreut werden). Dieser Schlüssel ermöglicht eine individuelle Betreuung und Unterstützung jedes Kindes.
Wie hoch ist das monatliche Schulgeld?
Stand Oktober 2025:
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Kind: 530 €
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Kind: 400 €
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Kind: 270 €
Hinweis: Das Schulgeld wird jährlich neu berechnet und an die Ausgaben der Schule angepasst.
Kann mein Kind eine weiterführende Schule besuchen?
Als Schule mit Öffentlichkeitsrecht sind wir berechtigt, Zeugnisse auszustellen. Unsere Zeugnisse enthalten normalerweise keine Noten, sondern es gibt für jedes Kind ein Pensenbuch, in dem die individuellen Lernfortschritte festgehalten werden. Wir unterstützen die Kinder beim Wechsel auf eine weiterführende Schule und können bei Bedarf in der Abschlussklasse (8. bzw. 9. Schulstufe) auch ein Notenzeugnis ausstellen.
Können die Kinder nach der Freien Schule im echten Leben bestehen?
Unsere Absolvent*innen zeichnen sich im Durchschnitt durch eine außergewöhnlich hohe soziale Kompetenz aus. Sie haben keine Angst vor neuen Herausforderungen und sind stets wissbegierig. Zudem können wir stolz auf eine Quote der arbeitslosen Personen von 0 % bei unseren Abgänger*innen verweisen. Folgende weiterführende Bildungswege haben wir bereits erlebt:
Berufsausbildung in unterschiedlichen Berufen, sehr oft in Kombination mit einer Matura (Lehre mit Matura). Lehre, weil sie den Praxisbezug stärkt. Unter Anderem:
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Lehre Maler*in und Beschichtungstechniker*in
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Lehre Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz
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Lehre Garten- und Grünflächengestaltung
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Lehre Florist*in
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Lehre Gastronomiefachmann/-frau
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Ausbildung Medizinische/r Masseur*in
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Lehre Mechatronik – Automatisierungstechnik
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Lehre EDV-Kaufmann/-Kauffrau
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Lehre Applikationsentwicklung - Coding
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Lehre Rauchfangkehrer*in
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Lehre Ofenbau- und Verlegetechniker*in
Weiterführende Schulen:
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BAfEP (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik)
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HME - Horse Management & Economics (Lambach)
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HBLA für künstlerische Gestaltung
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Hochschullehrgang Theaterpädagogik
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Fachschule für Gesundheit und Soziales
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HLW Lebensmittel und Ernährung
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Oberstufen(real-)gymnasium
Gibt es keine Regeln und keine Struktur?
Es gibt natürlich Regeln und Struktur in unserer Schule! Unsere drei unumstößlichen Roten Regeln lauten:
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Wir gehen respektvoll miteinander um.
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Wir gehen sorgsam mit den Materialien um und räumen sie wieder an ihren Platz.
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Wir fragen, ob wir mitspielen oder mitmachen dürfen.
Weitere (diskutierbare) Regeln sind u.a.:
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Ich melde mich bei den Lernbegleiter*innen ab, wenn ich das Stockwerk wechsle.
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Ich erledige meine Dienste gewissenhaft und selbstständig.
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Wenn ich etwas ausborgen möchte, frage ich vorher, trage es in die Ausborgliste ein und bringe es auch selbstständig wieder zurück.
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Ich verhalte mich in den Ruhezonen ruhig.
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Der Seku-Raum ist nur für Sekus.
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Wenn ein Raum reserviert wurde, warte ich, bis er wieder frei wird.
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Ich erscheine zu den Angeboten, für die ich mich angemeldet habe bzw. trage mich rechtzeitig aus, wenn ich mich umentscheide.
Darüber hinaus gibt es noch unzählige, teils ungeschriebene Regeln, die sich auch immer wieder ändern. Hier wird von den Lernbegleiter*innen stark auf die Dynamiken in der Schüler*innengruppe eingegangen und alte Regeln immer wieder auf ihre Notwendig- und Sinnhaftigkeit überprüft.
Diese Regeln können im Gegensatz zu den Roten Regeln bei Bedarf diskutiert und verhandelt werden.
Gibt es Mitfahrgelegenheiten?
Derzeit haben wir kein offizielles System für Mitfahrgelegenheiten. Allerdings sind die Eltern untereinander gut vernetzt und organisieren häufig Fahrgemeinschaften, um andere Kinder mitzunehmen. Zudem befindet sich die Schule im Herzen von Linz und ist hervorragend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Viele Schüler*innen bilden auch selbstständig Fahrgemeinschaften und nutzen gemeinsam die öffentlichen Verkehrsmittel, um zur Schule zu gelangen.
Gibt es Zeugnisse?
Am Ende des Schuljahres erhält jedes Kind ein offizielles, anerkanntes Zeugnis. Wir verzichten bewusst auf Notenzeugnisse, da wir die Kinder nicht bewerten möchten. Stattdessen legen wir Wert auf individuelle Lernfortschritte und die persönliche Entwicklung jedes Kindes. Bei Bedarf, beispielsweise für einen Schulwechsel oder eine Lehre, können jedoch frühestens ab der 8. Schulstufe auch Notenzeugnisse ausgestellt werden.
Für jedes Kind erstellen die Lernbegleiter*innen im Pensenbuch eine detaillierte Zusammenfassung der Aktivitäten und des Lernfortschritts während des Schuljahres. Darüber hinaus verfasst jedes Kind jährlich einen Abschlussbrief, in dem es beschreibt, was es im Laufe des Jahres in der Schule gemacht und gelernt hat. Zwei Mal jährlich finden zudem jeweils einstündige Elterngespräche statt, wo intensiv über die Entwicklung der einzelnen Kinder gesprochen wird. Es wird jeweils ein Protokoll angefertigt. Anhand dieser Zusammenfassungen und Berichte lässt sich gut nachvollziehen, wie sich das Kind weiterentwickelt hat.
Ist die Schule politisch gefärbt?
Die Art und Weise, wie wir mit unseren Kindern umgehen und die Suche nach alternativen Bildungswegen, kann in gewisser Weise als politisches Statement betrachtet werden. Dies kann aber nicht einer bestimmten politischen Denkweise zugeordnet werden und wir als Schule und Verein sind nicht an politische Strömungen oder Parteien gebunden.
Unsere Schulgemeinschaft setzt sich aus Kindern aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Erstsprachen, Glaubensbekenntnissen sowie Überzeugungen zusammen. Einige unserer Eltern und Schüler*innen sind konservativer, andere liberaler. In vielen Bereichen gibt es sehr unterschiedliche Meinungen, die wir akzeptieren.
Entscheidungen, die die Schule und die Kinder betreffen, werden stets als Gemeinschaft und nach soziokratischen Prinzipien getroffen, um sicherzustellen, dass alle Stimmen gehört werden und ein respektvoller Austausch stattgefunden hat.
Sind die Pädagog*innen ausgebildet?
Unsere Lernbegleiter*innen verfügen überwiegend über ein pädagogisches Studium sowie diverse Zusatzausbildungen, wie beispielsweise in der Montessori-Pädagogik, als Legasthenietrainer*in, in der Pikler-Pädagogik und nach der Birkenbihl-Methode oder der neuen Autorität. Wir heißen jedoch auch Personen ohne facheinschlägige pädagogische Ausbildung willkommen, sofern sie die wesentlichen Kompetenzen für unsere Schule mitbringen – ähnlich wie es in öffentlichen Schulen bei Quereinsteiger*innen der Fall ist.
Für weitere Informationen zu unserem Team und den Qualifikationen unserer Lernbegleiter*innen besuchen Sie bitte unsere Webseite unter Team .
Kann man bei euch ein Praktikum oder ein freiwilliges Jahr absolvieren?
Wir haben glücklicherweise bereits viele Helfer*innen aus unterschiedlichen Ländern bei uns gehabt und freuen uns, wenn Sie uns diesbezüglich einfach über kontakt@freie-schule.at kontaktieren!
Gibt es ein Mittagessen?
Kinder, die auch nachmittags die Schule besuchen, kochen gemeinsam ein Mittagessen. Es steht außerdem ab 8 Uhr eine frische, gesunde Jause bereit, an der sich alle Kinder bedienen dürfen. Zusätzlich gibt es außerdem eine Küche mit Kühlschrank, die alle verwenden dürfen (zB um bei bestimmten Unverträglichkeiten ein eigenes Mittagessen mitzunehmen).
Ich kann mir die Schule nicht leisten. Welche Möglichkeiten gibt es?
Derzeit gibt es weder Stipendien, noch Vergünstigungen oder gestaffelte Elternbeiträge, sondern alle zahlen (bei gleicher Anzahl von Kindern) gleich viel. Wir sind offen für Ideen von motivierten Eltern, die Förderungen oder Spendenaktionen organisieren möchten oder andere Ideen haben, wie wir die Kosten senken könnten.
Mein Kind ist/war auf einer anderen Schule, kann es auf eure Schule wechseln?
Aktuell nehmen wir Quereinsteiger*innen nur in Ausnahmefällen auf:
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Umstieg aus der 1. Klasse der Regelschule: bis Weihnachten
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Umstieg aus Schulen unserer Partnerinitiativen
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Hausunterricht/Homeschooling innerhalb des 1. Schuljahres
Warum gibt es einen Aufnahmeprozess?
Es ist wichtig, dass die Eltern, die ihre Kinder an unsere Schule schicken möchten, genau wissen, was sie erwartet, und dass sie (im Wesentlichen) die gleichen pädagogischen Werte vertreten wie wir. Unsere Schule besteht bereits seit einiger Zeit, und unsere Prozesse haben sich aus den Erfahrungen, die wir im Laufe der Jahre gesammelt haben, entwickelt.
Beim Infotag erhalten Sie allgemeine Informationen über unsere Schule, und im Anschluss haben Sie die Möglichkeit, an der Schule zu hospitieren, um einen Einblick in den Alltag zu bekommen. Danach können Sie Ihr Kind bereits anmelden.
Weitere Details finden Sie auf unserer Seite zum Aufnahmeprozess.
Wie sind die Ferienzeiten?
Das Schuljahr beginnt in der Regel zwei Tage früher, also am Donnerstag vor dem Schulbeginn der öffentlichen Schulen. Es gibt in der Regel eine Woche Mai-/Juniferien. Die gesamte jährliche Schul-/Ferienzeit ist ident mit der öffentlicher Schulen.
Wie viele Jahre kann mein Kind in die Freie Schule gehen?
Unsere Schule umfasst neun Schulstufen und damit die Schulpflicht in Österreich.
Fallen Kosten über das Schulgeld hinaus an?
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€ 50,00/Semester Materialbeitrag
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ca. € 15,00/Monat für ein Mittagessen
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ca. € 30,00/Monat für zwei Mittagessen
Kosten für Ausflüge je nach Ziel (Eintritt Schwimmen, Museum, Kletterhalle, usw.)
Es gibt keine Liste mit Materialien oder Büchern, die Eltern vor Schulbeginn selbst besorgen müssen. Alles Nötige wird von der Schule bereitgestellt. Auch Laptops für höhere Schulstufen stehen während der Schulzeit zur Verfügung.
Welche Fremdsprachen können an der Schule gelernt werden?
Die meisten Kinder interessieren sich für Englisch. Es gibt derzeit die Möglichkeit, auch
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Russisch
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Spanisch und
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Französisch
zu lernen.
Wie ist die Schule organisatorisch strukturiert?
Träger der Freien Schule ist der Verein "Selbstbestimmtes Lernen", in dem alle Eltern Mitglieder sind. Der Verein ist Arbeitgeber der Lernbegleiter*innen. Der Vorstand wird jährlich gewählt. Mehr zur Vereinsarbeit.
Sind die Kinder in Klassen eingeteilt?
Bei uns gibt es keine üblichen Klasseneinteilungen, sondern eine Dreigliederung in:
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Primaria (entspricht den Klassen / Stufen 1-4): 6- bis 9-jährige Kinder
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Vorsekundaria (entspricht den Klassen / Stufen 5-6): 10- bis 12-jährige Kinder
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Sekundaria (entspricht den Klassen / Stufen 7-9): 12 bis 15(+)-jährige Jugendliche
Wie lernen die Kinder an der Freien Schule?
Wir bauen auf:
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jüngste Ergebnisse der modernen Gehirnforschung (G. Hüther) und
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Erkenntnisse/Materialien von Maria Montessori sowie Rebeca und Mauricio Wild
Wir geben Kindern die Möglichkeit:
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sinnerfüllt für sich zu lernen
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ihre Interessen & Stärken kennenzulernen und aktiv zu nutzen
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sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln
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ein breites Bewusstsein für sich und die ökologischen Zusammenhänge zu erlangen
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zu lernen, sozial verantwortlich zu leben
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aus sich selbst zu schöpfen
Gibt es für die Kinder Lernziele, Jahresziele und Ähnliches?
Die Vorsekundaria (10- bis 12-Jährige) erhalten einen Aufgabenkatalog („Sekuzettel“) den sie in den kommenden zwei bis drei Jahren erarbeiten, um die Sekundariastufe zu erreichen. Dieser Katalog umfasst sprachliche, mathematische, soziale und viele andere Kompetenzen.
Für die Sekundaria ist ein Referat und eine schriftliche Ausarbeitung pro Schuljahr verpflichtend. Darüber hinaus machen sie selbstorganisierte Praktika, wofür sie einen Lebenslauf schreiben und An- und Motivationsschreiben üben. Es gibt wöchentliche Reflexionsgespräche, bei denen Ziele besprochen werden. Es wird auch geklärt, ob gesteckte Ziele erreicht wurden.
Gibt es an der Schule Hausübungen?
Ja, wenn ein Kind das möchte.
Wie ist der Umgang und die Haltung zu digitalen Medien?
Eine Medienvereinbarung ist Teil des Vertrages zwischen Eltern und Schule. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass im Schulalltag Probleme entstehen können, wenn Kinder überfordernde und teilweise unpassende Inhalte in die Schule mitbringen. Den Kindern fällt es bei unkontrollierten und übermäßigen Medienkonsum meist schwer, sich in der Schule aktiv zu beschäftigen. Es gibt in der Medienvereinbarung Empfehlungen für den Medienkonsum (zB Mindestalter, Dauer, Arten, …).
Es gibt für Lernbegleiter*innen, Eltern und Kinder Seminare zum Medienumgang und zu sicherem Internetumgang. Wichtig beim Medienkonsum ist, dass wir Eltern (v.a. in den ersten Jahren!) den Medienkonsum unserer Kinder intensiv begleiten und nur adäquate Inhalte zur Verfügung stellen.
Ingesamt stehen wir aus den oben genannten Gründen einer Mediennutzung insbesondere im Primaria- aber auch im Vorsekundaria-Alter sehr kritisch gegenüber. Wir empfehlen, für diese Altersgruppen nach Möglichkeit keine Nutzungsmöglichkeiten von Computerspielen, Smartphone, Internet, etc. zur Verfügung zu stellen und Medien wie Fernsehen genau auszuwählen, zu begrenzen und intensiv zu begleiten. Sekundariakinder können nach Absprache einzelne Anwendungen selbstständig nutzen.
Was kommt an Elternarbeit auf mich zu? Wie ist der Zeitaufwand?
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3-4 verpflichtende Putzdienste pro Semester (ein Putzdienst entspricht einem Stockwerk und es ist möglich mehrere Stockwerke an einem Tag zu erledigen)
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2 Arbeitswochenenden pro Schuljahr (Freitagnachmittag und ganzer Samstag)
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Mitarbeit in einer selbst gewählten Arbeitsgruppe (Netzwerken/IT, Raumgestaltung, Schulorganisation, Finanzen)
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Aktionen zur Finanzierung (z.B. Adventkranzbinden,...)
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Teilnahme an 2 Klausuren pro Schuljahr (Vereinsorganisation, Pädagogik,...)
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ca. 6 Vereinsabende pro Schuljahr (derzeit Dienstag oder Donnerstag ab 19:00)
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ca. 6 Elternabende pro Schuljahr (derzeit Dienstag oder Donnerstag ab 19:00)
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4 Seminare pro Schuljahr (Themen: Medien, Pädagogik, Begleitung der Kinder durch die Eltern, …)
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eine freiwillige Hospitation und ein Elterngespräch pro Semester
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freiwillige Angebote in der Schule, ggf. Vertretung für verhinderte Lernbegleiter*innen
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Bei Bereitschaft: Regelmäßige Elterndienste in der Schule als aktive Unterstützung der Lernbegleiter*innen.
