Team

Stephanie Reitstätter

Schulleiterin und Lernbegleiterin

Frage: Wie kamst du zur Aufgabe der Lernbegleiterin? 
Stephanie: „Nach meiner Matura war klar, dass ich einen sozialen Beruf erlernen will und es stellte sich relativ schnell heraus, dass das Volksschullehramt sich als einen passenden solchen herausstellte. Während meines Studiums zur Volksschullehrerin habe ich mich bereits intensiv mit Reformpädagogik auseinandergesetzt und auch mehrere Praktika und Hospitationen in reformpädagogischen Schulen absolviert. Daher kam der Entschluss, mich nach dem Abschluss meiner Ausbildung, auch in aktiven und nichtdirektiven Schulen zu bewerben. Hier an der Freien Schule St. Georgen habe ich nun eine Schule für mich gefunden, in der ich meiner beruflichen Berufung nachkommen und Kinder während ihre Schulzeit begleiten kann.“

Frage: Was ist Dir an Deiner beruflichen Aufgabe besonders wichtig bzw. was ist Dir ein echtes Herzensanliegen?
Stephanie: „Mein echtes Herzensanliegen ist, dass ich die Kinder und Jugendlichen bei ihrer persönlichen Entwicklung und ihren individuellen Bedürfnissen begleite und ihnen unterstützend zur Seite stehe. Sie sollen dadurch die Möglichkeit haben, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, um zu spüren wo ihre Stärken, Schwächen, Interessen und Talente liegen. Zu meiner beruflichen Aufgabe gehört auf jeden Fall auch, dass ich mich bei den Tätigkeiten der Kinder und Jugendlichen zurückhalte, damit diese den Raum haben, selbstständig ihre Erfahrungen machen zu können.“

Frage: Was in Deiner beruflichen Hinwendung zu Kindern und Eltern lässt Dein Herz höher schlagen?
Stephanie: „Wenn ich sehe, wie die Kinder so selbstverständlich Dinge tun oder auch sagen, die man ihnen aufgrund ihres Alters oder ihrer „Unreife“ häufig nicht zumuten würde. Sie reflektieren und pflegen einen Umgang miteinander, von dem manch Erwachsener noch lernen könnte."

Kerstin Schmidt

Schulgründerin & Lernbegleiterin

Ausgebildete Oberstufenlehrerin,
Montessoripädagogin,
Pikler-Grundausbildung,
diverse päd. Weiterbildungen (von Wilds bis Original Play...),
4-fache Mutter

Foto Kerstin Schmidt Schulgründerin und Lernbegleiterin Bild 2Frage: Wie kamst du zur Aufgabe der Lernbegleiterin und Jahre davor zur Schulgründung?
Kerstin: "Ich bin ausgebildete Oberstufenpädagogin. In meiner Lehrerlaufbahn merkte ich, dass das, was man mir während des Studiums sagte (Wenn du dich für dein Fach interessierst, werden das auch die Schüler tun), sich nicht bewahrheitete. So begann ich vor fast 20 Jahren, mich mit Reformpädagogik zu befassen. Bei M.Montessori fand ich dann die Antwort. Ich las Literatur von Freinet, Rebeca und Mauricio Wild, belegte auch gleich ein Seminar bei ihnen, und absolvierte den einjährigen Montessorikurs bei Claus-Dieter Kaul. Gemeinsam mit einer Freundin legten wir mit unseren Kindern den Grundstein für die heutige Schule. Ich bekam 2002 mein 4. Kind, wandte mich daraufhin erst einmal der Piklerarbeit zu und belegte den Grundkurs der Kleinkindpädagogik nach E. Pikler. Sieben Jahre lang leitete ich Baby-, Spiel- und Geschwistergruppen nach Pikler, Wild, Montessori, wobei die Elternarbeit eine sehr wichtige Rolle spielt. Seit mehreren Jahren biete ich im Rahmen unseres Vereins Montessori-Schnupperkurse an.

Frage: Was ist Dir an Deiner beruflichen Aufgabe besonders wichtig bzw. was ist Dir ein echtes Herzensanliegen?
Kerstin: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Lernen auch anders geht als mit Notendruck. Lernen ist ein natürlicher Vorgang, der normalerweise emotional positiv besetzt, und je nach Interessen der Person etwas ganz Individuelles darstellt. Deshalb ist es für mich wichtig, und ich sehe es als große Herausforderung an, die einzelnen Menschen in ihrem einmaligen Werdegang zu unterstützen. Dazu sind meinerseits gutes Beobachten und Einspüren in die Kinder, Selbstreflektion, ein gutes Stück Querdenken, sowie immer währendes Hinterfragen allgemein üblicher Denk- und Handelnsweisen notwendig."

Frage: Was in Deiner beruflichen Hinwendung zu Kindern und Eltern lässt Dein Herz höher schlagen?
Kerstin: "Soweit hergeholt wie es klingen mag: Etwas für eine Friedensentwicklung zu leisten. Wenn Menschen mit sich zufrieden sind oder aber erkennen und artikulieren können, wenn es ihnen schlecht geht, ohne jemanden die Schuld dafür zuzuweisen, und so in der Lage sind, die Umstände zu ihren Gunsten und nicht auf Kosten der anderen zu ändern, kann es ein friedliches Miteinander geben."

Johanna Urich

Lernbegleiterin statt Lehrerin/ Lernen begleiten statt lehren//
Wie kamst du zur Aufgabe der Lernbegleiterin?
Schon relativ früh in meinem Leben war mir klar, dass ich mit Kindern arbeiten möchte. So war die Ausbildung zur Volksschullehrerin nach der Matura der nächste logische Schritt: ich begann mein Studium an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz. Doch schon während meiner ersten Praxiserfahrungen in klassischen Regelschulen spürte ich eine große Unzufriedenheit: Alleine vor 24 Kindern zu stehen und dafür zu sorgen, dass sie, still am Sessel sitzend, ihre Aufträge ausführen - das war nicht die Art von Arbeit mit Kindern, die ich mir vorgestellt hatte. Unsicherheit kam auf und ich stellte mir selbst die Frage, ob dies wirklich der richtige Beruf für mich sei. Der erste Lichtblick tat sich bei einer Studienreise nach Köln auf, bei der ich einige Tage in reformpädagogischen Schulen „selbstbestimmte, nichtdirektive Luft“ schnuppern durfte. Nach einer Montessori-Ausbildung und damit verbundenen Hospitationen (unter anderem in der Bildungswerkstatt Knittlingerhof, eine der Partner-Initiativen der Freien Schule Linz) konnte ich die Frage dann ganz eindeutig mit einem „JA! Das ist MEIN Beruf – meine Berufung!“ beantworten. Hier, in der Freien Schule Linz, habe ich nun meinen Platz gefunden.

Was ist dir an deiner beruflichen Aufgabe besonders wichtig bzw. was ist dir ein echtes Herzensanliegen?
Was mir besonders am Herzen liegt, ist die Individualität des Menschen. Ich sehe es als meine Aufgabe, die Kinder in ihrer Gesamtheit – mit all ihren Besonderheiten, Stärken und Schwächen – anzunehmen und sie in ihrer Entfaltung zu begleiten und zu unterstützen. Dabei ist mir vor allem die zwischenmenschliche Beziehung wichtig, die - in dieser Form des Begleitens - durch Humor und gemeinsames Lachen, durch Zuhören und Empathie geprägt ist.

Was in deiner beruflichen Hinwendung zu Kindern lässt dein Herz höher schlagen?
Das Strahlen eines Kindes zu sehen, das nach scheinbar mühsamen und angestrengtem Herumprobieren selbstbestimmt und ohne Hilfe von Außen an sein Ziel kommt – wenn es aus eigenem Antrieb, aus eigener Kraft etwas schafft.